innere Stille

Innere Stille als Basis für die Entwicklung von Wirklichkeit

Welches ist das wichtigste Element in der Gestaltung von Führung? Oder auch anderer Handlungen? Der wichtige Punkt in diesem Prozess, wie Handlungen leichter zu gestalten sind, wurde mir schon vor langer Zeit bewusst. Eigentlich schon als Student. In meiner eigenen Führungserfahrung setzte ich dies zuerst um, dann später als Berater. Überraschend, aber es ist innere Stille! Was verstehe ich darunter? Innere Stille entsteht spontan. Wir empfinden dann eine Losgelöstheit von allem, sind jedoch paradoxerweise vollständig klar, wach und entspannt. Viele Menschen kennen diesen Zustand, sind sogar vertraut damit. Es ist diese innere Leichtigkeit, die Menschen als Kompass in ihrem Leben nutzen. Sie ist verbunden mit einer gefühlten Leichtigkeit, Problemlosigkeit, körperlichem und seelischem Wohlbefinden und Wunschlosigkeit.

Innere Stille tritt spontan auf oder mit Hilfe von Übungen. Sie können es auch selbst gleich ausprobieren!

Erfahrung 1: Beispielsweise entsteht sie durch einen einfachen inneren Betrachtungsprozess unsere aktuellen Gedanken und Gefühle. Mehr brauchen Sie nicht zu tun. Keine Manipulation der Empfindungen oder Gedanken. Schließen Sie einfach die Augen und nach wenigen Minuten spüren Sie bereits eine Entspannung, ohne dass Sie diese direkt beabsichtigen! Sie können natürlich auch weitermachen im Selbstgewahrsein indem Sie die Augen öffnen, sich strecken und vielleicht einfach langsam im Zimmer umhergehen.

Erfahrung 2: Es ist so einfach! Oder blicken Sie einfach in den Himmel und spüren dabei Ihren Atem oder Körper. Einfach weiter schauen, entspannt und nicht fokussiert. Nach wenigen Minuten tritt eine mentale Beruhigung ein und mehr innere Stille. Entspannung, ohne dass Sie diese beabsichtigt hätten. Das ist Selbstgewahrsein! Es scheint so, als betrachteten wir uns quasi von Außen, während wir etwas tun, sind aber gleichzeitig vollständig gegenwärtig und klar.

Schon lange kenne ich diesen Zustand, spontan oder beabsichtigt, nutze ich verschiedenste Übungen nicht nur für mich selbst, sondern auch in meiner Arbeit und bringe sie Kunden bei. Innere Stille ist die vollständige oder teilweise Abwesenheit der Identifikation mit Empfindungen oder Gedanken. Es ist eine heilsame Stille, in die wir da spontan eintauchen, die große Auswirkungen hat, um die es hier gehen soll. Das hat nicht einmal etwas mit stummem Sitzen wie bei der Meditation in verschiedensten Formen zu tun! Es funktioniert genauso während Ihrer Tagesaktivität, in der Besprechung, beim Joggen. Lassen Sie sich überraschen und probieren Sie es selbst aus! Deshalb bevorzuge ich moderne Übungsformen ohne den Ballast von Traditionen und die auch zu einem aktiven Leben passen! Die Nebeneffekte sind gewaltig, wie wir noch später sehen werden.

Harrison Owen, der Entwickler der Großgruppenmethode Open Space berichtet in seinen Büchern von seiner Arbeit als Moderator bei den Open Space Veranstaltungen. Fast nebenbei erwähnt er, dass er eine Meditationsmethode nutze nach einem bekannten Buch von <Jagdish Parikh: Managen Sie sich Selbst> Nachdem er jeweils einen Workshop startete, setzte er sich immer einige Zeit zur Meditation hin. Dies helfe ihm, loszulassen und entspannt mit der Situation umgehen.

Nach einigen besonderen Erfahrungen in vielen Jahren Beratungsarbeit, hatte ich mit neuen Methoden experimentiert und spannende Erfahrungen machen können. In meiner Beratungspraxis konnte ich viele Führungskräfte kennenlernen, die sich ebenfalls schon lange mit der Erfahrung innerer Stille auseinander setzen oder verschiedenste Methoden des Zugangs selbst nutzen. Wer dies aus eigener Erfahrung kennt, weiß wie  hilfreich für einen selbst, aber auch für die Führungsarbeit das sein kann, entspannt, aufmerksam und gelöst zu sein!

Am 20.3.2010 gab es im BR zu einer guten Sendezeit abends eine bemerkenswerte Sendung. Es ging um die Stille. Und zwar um die innere Stille, die drei unterschiedliche, aktive Führungskräfte suchen und finden: Ein Benediktiner Abt, eine Chefchirurgin und der Dirigent Kent Nagano. Ganz persönliche Zugänge wurden hier präsentiert und gezeigt. Als einer Quelle von Kraft und Verbundenheit. Während der Abt in den Regeln seines Ordens und in der Gemeinschaft aber auch in der Stille des Alleinseins seine Erlebnisse suchte und fand, war für die Chirurgin das Naturerleben an einem Waldsee und seiner Umgebung, an dem Sie die Wochenenden verbrachte, entscheidend als Gegenpol zur Arbeit in der Klinik. Bei Nagano standen die Erfahrungen des jugendlichen, kalifornischen Surfers, der Umgang mit den Wellen, dem Wasser im Zentrum der Stille. So unterschiedlich diese drei Menschen und ihre Wege sind, es geht immer um die Erfahrung von Stille und ihren Qualitäten. Es zeigte sich natürlich auch, wie schwer es ist, die Qualitäten von Stille, die persönlichen Zugänge, im Fernsehen darzustellen.

Wir wissen ja, dass wir die Wirklichkeit mit unserer Wahrnehmung konstruieren. Und zwar von Beginn unseres Lebens an! Wir sehen das, was unsere Erziehenden für uns definierten und aus diesen vielen kleinen Definitionen bauen wir unsere Welt auf. Die direkte Wahrnehmung der Welt oder die Grundlage davon, befindet sich dadurch zunehmend außerhalb unserer Reichweite. Wir halten die Deutungen für die Wirklichkeit! Eigentlich wissen wir  als Erwachsene nicht mehr, wie die Welt ist oder genauer, wie sie sich anfühlt. Zwischen Konstrukt und Realität klafft immer eine Lücke. Es ist die gängige Selbsttäuschung.

Wir sehnen uns dann gelegentlich nach dieser inneren Stille, der Ruhe und Zwanglosigkeit, die wir kennen. Und wir suchen persönlichen Zugang. Daraus können Erfahrungen wachsen, spontan oder methodisch, die  enorm motivierend und prägend sind.

Leider kennen die meisten Führungskräfte die einfachen Wege zur inneren Stille gar nicht. Schade! Was bringt mir diese Erfahrung? Wie tritt sie auf? Was kann ich für eine größere Entspanntheit tun? Es gibt spontane Zugänge und solche, die durch Methoden scheinbar erreicht werden.

Offenbar handelt es sich bei vielen spontanen, aber auch bei Erfahrungen, die mit Methoden erreicht werden, um die Erfahrung einer fundamentalen Bewusstseinsebene. Ein inneres Potential, welches alles beinhaltet. Die Grundlage aller Phänomene – zwar nur individuell zu beschreiben, jedoch erfahrbar. Das Erreichen dieser inneren Stille wird von den Erlebenden als Empfindung von Harmonie, Freude, Wohlbefinden und Kreativität beschrieben. Menschen, die so etwas erfahren, fehlen die Worte, ihre Erlebnisse angemessen zu beschreiben. Das ist auch kein Wunder, denn die Wirklichkeit – als Basis unseres Lebens – ist ja unbeschreibbar, da sie die Grundlage für das Entstehen aller Modelle und Beschreibungen bietet. Solche Erfahrungen sind deshalb überwältigend, friedlich, harmonisch. Sie sind jedoch meist nicht das, was Sie erwarten und nie vollständig erläutern können. Da bleibt immer ein Rest Unerklärbares. Aber nicht nur das – sie bilden auch die Basis für: tiefe, innere Gewissheiten und Verbundenheit mit allem und die Basis individueller Kreativität, die sich dann auf persönliche Weise zeigt. Das sind dann persönliche Inspirationen, die ein Leben prägen können und es intensiv formen.

Die Auswirkungen innerer Stille sind jedoch nicht nur persönlich, wie Harrison Owens Erfahrungen zeigen. Sie strahlen offenbar auf andere aus, gerade dadurch, dass wir vollständig loslassen. Und da wird es spannend! Durch dieses Loslassen geschieht etwas völlig Verblüffendes: das was wir beabsichtigen, realisiert ich häufig von selbst! Viele Führungskräfte berichteten mir von solchen Erfahrungen, dass die Dinge dann begannen zu laufen, wenn sie die Sache entweder völlig abgeschrieben hatten, oder wenn sie das Empfinden hatten, dass das Projekt sowieso nicht mehr klappen würde!

Mehr dazu demnächst.

Herzlichst Ihr
Bernd Hofmann

Wege Ziele

Empathie, Wege und Ziele

When Love Goes Wrong, Nothing Goes Right.

Marilyn Monroe’s Song aus dem Film: <Blondinen bevorzugt>

Ich nehme mal Marilyn Monroe’s Songzeile als Ausgangspunkt. Die Wissenschaften und auch die Best Practice Management Schreiber haben vergessen, dass es neben der methodischen Wahrnehmung auch immer einen spontanen, emotionalen und gefühlten Zugang gibt! Alle innovativen Führungskräfte haben diesen Zugang, den ein Künstler nutzt, weil Sie einfach die Tätigkeit machen, die Ihnen die meiste Freude bereitet und dadurch natürlich fast von selbst läuft!

Empathie ist auch im Vertrieb und Verkauf wichtig. Es ist zentral, dass Sie mit Freude und Gespür bei Ihrer Tätigkeit sind! Sonst – denken Sie an die Songzeile – funktioniert nichts mehr richtig! Dies bedeutet natürlich für Sie selbst, dass Sie darauf achten müssen, dass Sie am richtigen Platz sind! So etwas – im Coaching oft erlebt – ist manchmal ein intensiver gelegentlich auch ein schmerzhafter Klärungsprozess.

Dies gilt natürlich auch in der Führung. Da gibt es ja immer Moden. Leider gab es bis vor einiger Zeit eine Überbetonung der Zielorientierung. Und damit entstanden die ritualisierten und oft sinnentleerten Vereinbarungsrituale. Aber da verändert sich in vielen Unternehmen gerade Einiges. Vor drei Wochen führte ich mit einem Kollegen einen solchen Workshop durch. Vorwiegend spielerisch, leicht, emotional und ganz persönlich in einer herrlichen Mittelgebirgslandschaft. Nach dem Workshop ein Gruß an uns Moderatoren von der internationalen Geschäftsführerin. Und eine sehr emotionale Verabschiedung des internationalen Leitungsteams untereinander machte diese drei Tage auch für uns zu einem persönlichen Erlebnis!

Aber viele Unternehmen gehen bereits weiter. Sie verzichten fast vollständig auf genaue Zielvereinbarungen. Ein gutes Beispiel dafür ist dm Markt. Hier konzentriert man sich fast von Beginn an auf genaue Kunden- und Bedürfnisanalysen und überlässt die andern Ziele den Leitern der Filialen.

Ich bin seit 33 Jahren bei dm, und es hat in dieser Zeit noch nie ein Wachstums-, Gewinn- oder Umsatzziel gegeben. Unser Ziel ist es, für die Menschen da zu sein. Wenn ich das gut mache, kann ich darauf vertrauen, dass der Erfolg von alleine folgt – das steckt schon im Begriff mit drin. Stellen Sie sich vor, Sie gehen in ein Geschäft, um einen Anzug zu kaufen. Wenn der Verkäufer zum Ziel hat, einen bestimmten Umsatz zu erreichen, verkauft er Ihnen den teuersten. Wenn er Ihnen aber den verkauft, der Ihnen am besten passt, kommen Sie wieder. Diese Haltungsfrage ist uns ganz besonders wichtig.

Erich Harsch Geschäftsführer von dm Markt

Denn: Wie schon einmal Reinhard Sprenger vor Jahren schrieb, macht es mehr Spaß, über den Weg zu einem Ergebnis zu diskutieren und an der Umsetzung zu arbeiten. Aber vielleicht machen Sie das ja bereits in Ihrem bereich ebenfalls so? Ich drücke Ihnen dazu die Daumen!

Herzlichst Ihr
Bernd Hofmann

Innere Stille

Gefühlte Leichtigkeit durch innere Stille

Liebe Leser,

wenn eine gewisse Leichtigkeit des Führens effizient ist, dann ist die Basis dieser Leichtigkeit – die innere Stille in ihren verschiedenen Ausprägungen – ein zentraler Erfolgsfaktor für alle Aktivitäten. Ich könnte Ihnen hier noch aus vielen Quellen ähnliche Zitate nennen. Es gibt sie zuhauf. Mir geht es nicht darum, akademische Beweise anzufügen. Auch hier geht’s um die persönliche Erfahrung. Alles Diskutieren und Definieren führt davon weg. Erfahrungen der Stille, des Innehaltens werfen einen angenehmen, dauerhaften Lichtstrahl auf alle unsere Erlebnisse. Alles wird intensiver, farbiger, fröhlicher, tiefer und angenehmer. Und gleichzeitig werden wir entspannter! Einfach gesagt: Es ist ganz praktisch, eine solche Erfahrungsmöglichkeit zu besitzen.

Das ist natürlich keine Theorie! Es ist die körperlich spürbare Empfindung des Getragenseins durch unsere Umgebung, durch alles, die dadurch wächst. Das ist keine aufgesetzte oder erlernte Selbstsicherheit. Und auch keine erlernte Resilienz! Eigentlich hat dies gar nichts mit dem Verstand zu tun. Es ist das gefühlte Eingebettetsein in alles.

Zugänge zur Inneren Stille

Es existieren spontane Zugänge zu innerer Stille. Wenn ich jedoch selbst ein Bedürfnis habe, diesen Zugang zu finden oder zu vertiefen, dann muss ich dies mit Methoden tun!

Es geht also zunächst nicht um Techniken – klar, die gibt es auch – sondern vor allem um ganz private, persönliche Zugänge. Und da entdeckt jeder seine eigenen. Gerade Führungskräfte, die eigenständig sein wollen, vertrauen hier ihrem ganz persönlichen Gespür. Dies kann der ruhige Blick aus dem Fenster oder in den Abendhimmel sein, Zweisamkeit oder eine Tätigkeit, bei der Sie Kraft schöpfen können.

Dies ist ein ganz entscheidender Punkt: Sie brauchen keine Autoritäten, keine Lehrer, auch nicht die „richtige“ Technik oder „Organisationen“ etc., um sich dann womöglich mehr mit denen und vor allem mit deren „Regeln“ zu beschäftigen, als mit Ihren eigenen Erfahrungen und Ihrem immer besser geschärften, inneren Kompass. All dies führt wieder von uns weg und damit in die Abstraktion. Es geht darum, diesen friedlichen Blick, unfokussierten Blick in den Abendhimmel, die Einheit und Harmonie, die wir da empfinden, auf andere Lebenssituationen auszuweiten und dann haben Sie schon eine pragmatische Lösung für den Alltag!

Dies hat nichts mit Überzeugungen zu tun. Glauben bedeutet, dass wir bereits eine Sicht, eine Theorie, eine Einstellung „haben.“ Oder – besser ausgedrückt – die Einstellung hat uns. Dann können wir auch nicht mehr offen sein. Dies gilt auch bei unseren Vorstellungen über innere Stille. Jede Vorstellung, jede ausschließlich theoretische Überlegung zur inneren Stille stört, jedes Räsonnieren vermindert die Erfahrung oder macht sie zunichte. Suchen Sie Ihren ganz persönlichen Zugang!

Wie Sie zur Erfahrung innerer Stille kommen? Ihr ganz individueller Zugang ist entscheidend und der ist nie vergleichbar. Wozu auch? Ob methodisch oder nicht, nach Gusto oder systematisch. Ganz gleich. Sie wissen ja selbst, was Sie erfahren haben, denn das Wissen darüber steckt in dem Erlebten selbst. Wenn Sie eine intensive Erfahrung innerer Stille machen, wissen Sie, das war es!

Es geht ausschließlich um Ihre persönliche Erfahrung und deren positive Auswirkungen und nicht um Beschreibungen davon. Die können Ihnen letzten Endes egal sein. Sie sind völlig unwichtig. Für das Unbeschreibliche kann es nur die persönliche Deutung geben und selbst diese ist uninteressant. Das ist natürlich eine schlechte Nachricht für alle, die „richtige Methoden und Lehrsysteme“ haben und die vor allem gerne Vergleiche erstellen! Die einfachsten Erfahrungen sind auch die Wirkungsvollsten!

Selbstverständlich müssen Sie nicht einmal in die Natur gehen, um innere Stille zu erleben. Es kann während Ihrer täglichen Arbeit geschehen. Es ist so etwas wie ein Nullpunkt, ein Stopp, den Sie zunehmend mit der Erfahrung und Übung nutzen können, um einen neuen Ausgangspunkt zu finden. Manchmal geschieht dies auch völlig von selbst. Je mehr Übung Sie darin haben, still zu sein, desto schneller und unglaublicher kommen die Erfahrungen und Antworten zustande. Es genügt, nach ein klein wenig Übung, diese Momente zu beabsichtigen, dann werden Sie auch ganz individuelle Wege dazu entdecken. Es ist gleich, welche Wege Sie entwickeln, um Erfahrungen innerer Stille möglich zu machen. Einen Ruhepol, an den Sie immer wieder zurückkehren können. Was da aus der Stille entsteht ist immer einzigartig. Die Qualitäten innerer Stille sind vielfältig und wirken sich bei jedem Einzelnen unterschiedlich aus. Hier finden Sie eine Beschreibung der verschiedenen Aspekte.

Die Erfahrung Harrison Owens ist dabei entscheidend: Offenbar beschleunigen solche Erfahrungen Prozesse der Kommunikation und der Selbstorganisation! Und genau dies nutzte Owen und ich inzwischen ebenfalls! Ich habe darüber grade ein Buch abgeschlossen! In der Medizin nennen wir das, was hier geschieht, eine Heilung!

Einen Heilprozess können wir nicht nur medizinisch sehen. Heilung ist ein genereller Prozess, der natürlich auch in Teams, im Unternehmen stattfinden kann. Heilung einmal so verstanden, dass die Funktionen innerhalb des Unternehmens vital stattfinden! Und dies hat enorme Auswirkungen. Doch davon mehr in den nächsten Beiträgen von mir!

Herzlichst Ihr
Bernd Hofmann

Inspiration

Unternehmerische Inspiration – Teil 2

 

Wie sieht es mit der eigenen Inspiration aus?

Sie als Chef sind immer Vorbild mit Ihrem Verhalten, deshalb sollten Sie darauf achten, sich selbst und andern so wenig wie möglich etwas vorzumachen, das wissen Sie! Auch in der eigenen Motivation und Inspiriertheit sind Sie der Spiegel, in dem sich Ihre Mitarbeiter sehen! Was ist für Sie als Chef, Unternehmer, Teamleiter hier wichtig? Diesen Fragen sollten Sie sich selbst stellen:

  1. Ist das, was ich tue, vorwiegend von einer inneren Motivation geleitet?
  2. Bin ich am Abend meist zufrieden mit mir wenn ich nach Hause gehe?
  3. Erlebe ich immer wieder, fast jeden Tag ein wenig persönliche Inspiration in meiner Tätigkeit, auch wenn es manchmal schwere Entscheidungen mit sich bringt?
  4. Habe ich auf Dauer das Empfinden eines persönlichen Gewinns durch meine Tätigkeit?

Eigentlich müssen Sie dann auf Dauer energievoller sein, vorausgesetzt, Sie achten auf Ihre inneren Impulse.

Wenn Inspiration im Team fehlt…

Was tun, wenn diese kreative Inspiration in Ihrem Team oder Unternehmen nicht in ausreichendem Maß da ist? Wenn Motivierung notwendig erscheint? Ihnen die Potentiale bei den Führungskräften fehlen sollten? Das ist in vielen Fällen die Standardsituation.  Hier geht es darum, mit sich selbst organisierender Führung Mitarbeiter genau zu dieser Selbstverantwortung und damit zum Ernstnehmen der eigenen Motivation zu führen.

Und es gibt es wenig effiziente Vorgehensweisen, wie ich es immer wieder in Unternehmen erlebe:

1. Polarisieren

Mit der Zeit müssen die Polarisierer die Erfahrung eines Konfliktes in ihrer Intensität erhöhen, weil die Reaktion sonst abnehmen wird. Die Struktur der Konfliktmanipulation lehrt Menschen, nicht zu zuhören. Offenheit für das Unbekannte, ohne den Raum zwischen Bekanntem und Unbekanntem ständig mit Konzepten, Sichtweisen oder Dogmen zu füllen, kann zu etwas neuem und in der Vorstellung noch nicht Vorhandenem führen.

Robert Fritz in „Creativity“

Polarisieren ist eine beliebte Vorgehensweise der Motivierung. Hier geht es darum, einen Gegenpol zu schaffen zur jetzigen Situation, die entweder angestrebt oder verteufelt wird. Das ist die Zeit der Feldzüge und Aktionen! Alles okay, aber was ist, wenn nichts mehr außer dem zu hören ist! Wenn es nur noch Aktionen gibt! Dann ist das Getöse im Unternehmen groß und die Erfolge müssen mit immer mehr Aufwand getätigt werden. Und die Realität des Marktes bleibt zunehmend draußen. Was fehlt, ist eine neue Ausrichtung und dafür benötigen Sie Reflektion und Zeit.

Das sieht dann beeindruckend aus, aber es sind gefährliche Strohfeuer, die wir da zünden. Sie halten nicht lange und verkehren sich schnell ins Gegenteil. Es ist die große Zeit der Powerpoint Präsentationen und Excel Schlachten. Das ist genau das Puppentheater was in vielen Unternehmen läuft. Alte Maßnahmen greifen nicht mehr, sie müssen immer schneller durch neue Programme ersetzt werden.

2. Methodenkarussell

Unternehmen möchten immer gerne die Potenziale ihrer Mitarbeiter mobilisieren. Doch so, wie man in Mitarbeiter keine Motivation hineinbekommt, holt man auch keine Potenziale aus ihnen heraus. Menschen kann man nicht zwingen, ihre Potenziale zu entwickeln. Sondern nur Bedingungen dafür schaffen, dass dies möglich wird.

Gerald Hüther, Neurowissenschaftler und Bestsellerautor

Manchmal lösen sich Programme, Methoden, und Vorgehensweisen entweder ab, oder – was schlechter ist – werden einfach zum Bisherigen dazu gestellt. Das „Neue“ soll ebenfalls erledigt werden! Was aber immer bedeutet – so funktioniert unsere Aufmerksamkeit nun mal – das was zuletzt kam, ist am unwichtigsten. Die alten Regeln und Programme bleiben zudem intakt und werden ernst genommen. „Was, das sollen wir jetzt auch noch machen?“ lautet dann eine häufig gehörte Frage. Ja, was denn noch?

Dies ist aber genau der Effekt, den wir natürlich nicht erreichen wollen, in vielen Unternehmen ist dies die Regel. Übrigens die Erfolgreichen sind da weitaus sparsamer mit Programmen. Da gibt es wenige Standardprogramme, jedoch immer mal wieder nachdenkliche Runden oder man trifft sich ziemlich informell. Achten Sie darauf! Weniger tun, bedeutet da mehr erreichen!

Dies geschieht auch nicht immer bewusst. Die wichtigsten Ereignisse und Hinweise auf neue Chancen geschehen meist „zufällig“. Es geht auch nicht so sehr darum, ein „Ziel“ zu formulieren und dann dabei zu bleiben. Durch solche sich ständig wiederholende neue Ansätze wird ignoriert, dass ja nicht die neuen Programme mehr Erfolg bringen und viele empfinden das ebenso. Was wollen „die“ denn noch machen? Ja, das ist oft das Ergebnis: Ratlosigkeit und Unverständnis. Und dies wird durch solche Aktionen induziert. Neue Programme bringen wenig Neues, das erkennen Mitarbeiter sofort. Es entsteht das Empfinden, dass durch die Power point Präsentationen und Excel Schlachten nur eine Menge Wind erzeugt wird. Wirklich kreative Impulse anzapfen funktioniert anders!

Es handelt sich um die unterbewussten Kräfte in uns, die schon wissen, wohin sie wollen und uns dann – wenn wir sie wirken lassen – auch genau dahin führen. Dies gilt einmal persönlich dadurch, dass Sie in informellen Runden Mitarbeitern Raum geben, aber in diesem Ansatz zeigt auch die enorme Effizienz von sich selbst organisierenden Methoden wie Open Space.

Was können Sie tun, um inspirierte Mitarbeiter in Ihrem Team zu sammeln?

  1. Sind Sie ehrlich bei der Vorstellung der Tätigkeit. Mich hat einmal ein Chef bei einem Vorstellungsgespräch durch ein ehrliches Statement beeindruckt: „Das hier ist ein verrückter Haufen! Glauben Sie, das können Sie mitmachen?“ Und er beschrieb mir, was bei ihm im Unternehmen los ist. Und er hatte mich extrem neugierig gemacht!
  2. Achten Sie mehr auf die Begeisterung und die grundlegenden Interessen oder auch das, was den Bewerber in der Vergangenheit begeistert hat, wenn Sie neue Mitarbeiter suchen, als auf formale Qualifikationen. Leuchten dem Bewerber die Augen?
  3. Lassen Sie die Teammitglieder bei der Auswahl von Neuen mitentscheiden und machen Sie einen Probetag aus! Dadurch können Sie die Reaktionen und Anmerkungen Ihrer Mitarbeiter nutzen für ein besseres Verständnis.
  4. Geben Sie Neuen die Möglichkeit, nachdem Sie das Unternehmen kennen lernen konnten, also nach 2 bis 3 Monaten evtl. einen anderen Job im Unternehmen wählen zu können, falls der angetretene nicht genau den Vorstellungen entspricht.
  5. Achten Sie immer darauf, wie Ihre Leute drauf sind! Fragen Sie nach, wenn Sie das Empfinden haben, irgendetwas stimmt nicht. Und nehmen Sie sich Zeit für solche Gespräche.
  6. Nutzen Si informelle Runden, bei denen jeder offen sprechen kann über das, was ihn beschäftigt!
  7. Open Space, World Café, Generativer Dialog sind sich selbst organisierende Methoden, bei denen jeder seine Ideen einbringen kann und die Tagesordnung auf spontane Weise entsteht. Diese Methoden werden heute in vielen Unternehmen bereits mit großem Erfolg eingesetzt.
  8. Achten Sie auf die Atmosphäre dort, wo Ihre Leute tätig sind! Es ist gut, ein Feeling dafür zu entwickeln. Für viele Führungskräfte in Verkauf, Service und Vertrieb ein zentrales Element.

Alles Gute für Sie!
Ihr
Bernd Hofmann