Ich-Botschaft Anzug

Ich-Botschaft: Vier Wochen der gleiche Anzug

Die Situation: Sie leiten seit einem Jahr ein Kundenprojekt für einen großen Bekleidungshersteller. Ein Kollege Ihrer Projektgruppe fiel Ihnen schon in der Vergangenheit auf, da er täglich den gleichen Anzug trug. Er war jetzt zwei Wochen im Urlaub. Heute ist er zurück und hat wieder denselben Anzug an – offensichtlich ungereinigt, da die Sitzfalten und ein Fleck, der Ihnen bereits vor dem Urlaub aufgefallen ist, deutlich zu sehen sind.  Es wird Zeit für eine Rückmeldung. Nach dem Meeting sprechen sie Ihren Kollegen unter vier Augen an.

Ich-Botschaft

Eine heikle Situation, denn Ihr Kollege könnte sich sehr schnell persönlich angegriffen fühlen. Sie wissen nicht, warum er so handelt, wie er nun einmal handelt. Versuchen Sie also, auch diese Situation mit einer Ich-Botschaft zu lösen: „Unser Kunde legt sehr großen Wert auf Kleidung und das äußere Erscheinungsbild. Mir ist aufgefallen, dass du seit einigen Wochen den gleichen Anzug trägst. Das kann auf unseren Kunden unprofessionell wirken, was ich vermeiden möchte, da es auch auf mich und das ganze Team Auswirkungen haben kann. Daher erwarte ich, dass du zukünftig mindestens einmal pro Woche den Anzug wechselst. Kannst du das nachvollziehen?“

Haben Sie Fragen zu bestimmten Situationen, die Sie mit einer Ich-Botschaft lösen möchten? Haben Sie Beispiele, welche Situation Sie mit einer Ich-Botschaft gelöst haben? Nutzen Sie die Kommentarfunktion…

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Andreas Straub

Andreas Straub

Andreas Straub, Jahrgang 73, ist seit 1999 als Trainer tätig. Zuerst bei Process One als Outdoor- und Teamtrainer, später als Verantwortlicher für die Bereiche Moderation und Konfliktmanagement für Neuland & Partner. Darüber hinaus war er mehrere Jahre als Dozent für den Studiengang Soziale Kompetenz und als Trainer für Management Circle und Euroforum tätig. Seit 2004 ist er Geschäftsführer von andyamo.

Der gelernte Werkzeugmacher und diplomierte Sozialpädagoge, der vor seiner Trainer- und Beratertätigkeit schon in vielen Branchen in unterschiedlichen Führungspositionen gearbeitet hat, bezeichnet sich als umtriebigen Querdenker. Motto: „Von einem Dummen kann man nichts lernen –aber von einem Faulen“. In seiner Freizeit verbringt er so viel Zeit wie möglich mit seinen drei Söhnen. Auf Best Practice Training schreibt er vor allem zu den Themen Präsentation & Rhetorik, Moderation sowie Dialektik & Argumentation.

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