Wirkungsvolle Körpersprache

Empfehlungen für eine wirkungsvolle Körpersprache

Körperhaltung und Spannung

Halten Sie Ihre Körperspannung, ohne angespannt zu wirken. Stehen Sie gerade und selbstsicher auf beiden Beiden. Halten Sie die Hände überwiegend im positiven körpersprachlichen Bereich (zwischen Kinn und Hüftknochen)

Kongruent und zum richtigen Zeitpunkt

Körpersprache wirkt nur dann authentisch und damit glaubwürdig/überzeugend, wenn sie zum Inhalt Ihrer Aussage passt und kurz (einige Millisekunden) vor dem gesprochenen Wort gezeigt wird. Authentische Körpersprache ist nur mit erheblichem Aufwand antrainierbar und setzt ausgeprägte schauspielerische Fähigkeiten voraus. Für alle, die nicht zu diesem elitären Kreis gehören, empfiehlt es sich, an der inneren Einstellung und Haltung gegenüber dem Gesprächspartner zu arbeiten.

Ein kurzes Beispiel:

Sie möchten Ihren Gegenüber herzlich begrüßen (um einen guten Start in das Gespräch zu haben) und legen Wert auf eine freundliche Gesprächsatmosphäre. Allerdings freuen Sie sich nicht wirklich auf das Gespräch, weil der Gesprächsinhalt oder -anlass unangenehm ist. Eine wirksame Methode, meinen Gesprächspartner dennoch nett und freundlich begrüßen zu können, ist, den Sachverhalt von der Person zu trennen. „Fair zu der Person – hart in der Sache“ ist hier eine oft getroffene Empfehlung. Das klingt einfach, ist allerdings in der konkreten Umsetzung alles andere als das. Das gelingt nur durch eine gründliche Vorbereitung und Strukturierung des anschließenden Gespräches. In der Vorbereitung auf das Gespräch sollten Sie positive Aspekte der Beziehung bzw. der Person definieren, um Klarheit über seine eigenen Befindlichkeiten zu erlangen. Das anschließende Gespräch sollte klar in Einstieg, Gesprächsinhalte und Ausstieg getrennt sein, wobei der Ein- und Ausstieg überwiegend der Beziehungsebene dienen sollte.

Klare Haupt- und Kernaussagen mit passenden stimmigen Bildern

Je klarer die Haupt- und Kernbotschaften sind, desto eindeutiger sind Ihre Vor- und Zielstellungen und desto besser werden diese wiederum körpersprachlich ausgedrückt, zum Beispiel durch Körperspannung und eindeutige kongruente Gesten.

Je klarer das innere Bild ist, desto besser kann es mit passender Körpersprache beschrieben und unterstützt werden. Dadurch entstehen konkrete Bilder im Kopf des Gegenübers. Diese bewirken sehr viel mehr als bloße Worte und werden wesentlich besser erinnert, da Menschen in Bildern/Assoziationen/bildhaften Vergleichen denken. Das ist die Grundvoraussetzung für eine passende, stimmige und unterstützende Körpersprache.

Auf exakte Wiederholung achten

Achten Sie auf die exakte Wiederholung Ihrer Gestik und gleiche Handabstände. Sofern Sie z.B. Größenverhältnisse oder Zeitabstände mittels Ihrer Hände zeigen, sollten diese Abstände im Laufe Ihres Gespräches/Präsentation annähernd gleich bleiben. Ansonsten kann es irritieren und kostet Überzeugungskraft.

Tempo und Status

Menschen mit bedachten, klar akzentuierten Bewegungen wirken überzeugender als Menschen mit einer schnellen, fahrigen oder unkontrollierten Motorik. Auch gibt es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Tempo (z.B. Lauftempo) und vermuteter Hierarchie bzw. Status. „Der Chef läuft mit festem zügigem Schritt. Der Sachbearbeiter hetzt durch die Gänge“.

Die eigenen Ausführungen positiv unterstreichen

Die eigenen Ausführungen durch Kopfnicken unterstützen. Die TN werden unbewusst mitnicken, was die Überzeugungskraft Ihrer Ausführungen stärkt. Jemand der nickt, ist weniger kritisch. Dabei die Hände im körpersprachlichen positiven Bereich halten.

4-Ohren-Modell Video

Das 4-Ohren-Modell in einem einfachen Video erklärt

Das 4-Ohren-Modell – auch bekannt als Vier-Seiten-Modell oder auch Nachrichtenquadrat oder Kommunikationsquadrat – haben wir Ihnen bereits in unserem Beitrag „Das 4-Ohren-Modell – kurz erklärt„. Um das Modell noch besser zu verstehen, habe ich heute ein Video für Sie mit sehr einfach nachvollziehbaren Beispielen und sehr einfachen Erklärungen. Schauen Sie selbst…

Das 4-Ohren-Modell Video

Der 4-Ohren-Modell Test

Jeder von uns hat ein Ohr, mit dem er oder sie vornehmlich hört. Sie wollen wissen, welche Ebene bzw. welches Ohr bei Ihnen besonders stark ausgebildet ist? Machen Sie den kostenlosen 4-Ohren-Modell-Test jetzt online und verbessern Sie so Ihr Kommunikationsverhalten…

 

Moderator und Trainer

Moderator und Trainer in Einem? – Die Erfüllung von Erwartungen und das Lösen von Konfliktsituationen

Das Moderieren von Workshops und Meetings unterliegt unterschiedlichen Aspekten, die den Eindruck vermitteln können, dass man sie nicht miteinander verbinden kann. Bei der Moderation wird erwartet, dass sich der Moderator aus dem Findungsprozess heraushält. Eine eigene Meinung ist nicht erwünscht, Neutralität zwingend erforderlich.

Gleichzeitig muss er in der Lage sein, Inhalte zu vermitteln, Lernprozesse zu fördern und die Interaktion der Teilnehmer zu steuern. Um diese Gratwanderung zu bewältigen, ist es notwendig, dass der Moderator nicht nur die verbale Kommunikation versteht und aufzeichnet, sondern in der Lage ist, die Körpersignale der Teilnehmer zu verstehen.

Transparenz

Transparenz zu schaffen ist ein Thema, das sich durch den kompletten Moderationsprozess bewegt. Beim Schaffen von Transparenz kann man sich nicht ausschließlich auf das Offensichtliche beziehen. Zur Schaffung von Transparenz gehört auch, Ungesagtes aus den Teilnehmern heraus zu kitzeln.

Als Moderator haben Sie die Teilnehmer im Blick oder sollten Sie die meiste Zeit im Blick haben. Veränderungen im Gesichtsausdruck oder an der Körperhaltung können Aufschluss darüber geben, ob ein Teilnehmer Schwierigkeiten mit der Äußerung eines anderen Teilnehmers oder zur gestellten Frage und Thematik hat. Finden Sie durch eine direkte Ansprache des Teilnehmers seine Beweggründe heraus.

Flexibilität

Die Vorteile einer Moderation können nur dann vollkommen genutzt werden, wenn die Moderation sich den Umständen, die während des Moderationsprozesses auftreten können, flexibel anpasst. Im Vorfeld der Veranstaltung haben Sie sich ein Konzept erstellt. Dieses Konzept muss flexibel bleiben, damit Sie auf Veränderungen im Verhalten der Teilnehmer und eine geänderte Gesamtsituation eingehen können.

Teilnehmer, die schon zu Beginn keinen Zugang zueinander bekommen, lassen sich nur schwer davon überzeugen, sinnvoll in einer Gruppe miteinander zu arbeiten. Passen Sie Ihre Tools dieser Situation an. Im ungünstigsten Fall erleben Sie Situationen, die es unmöglich machen, die Veranstaltung zum gewünschten Ende zu bringen. Abbrechen ist in diesen Fällen der bessere Weg. Vergessen Sie am Ende einer solchen Veranstaltung den Cooldown nicht. Gerade in diesen Fällen schwelen die Konflikte sonst weiter.

Störungen und der Umgang mit ihnen

Konflikte, Uneinigkeiten, Ärger und Langeweile sind nur ein paar der Dinge, die Störungen auslösen können. Störungen müssen konkret angesprochen werden. Werden die Störungen offensichtlich, reißen sich die meisten Teilnehmer zusammen.

Wirkt dies nicht, stellen Sie die Frage nach dem Warum und geben Sie den Teilnehmern die Möglichkeit Lösungsvorschläge anzubieten. Ängste und Blockaden zur Methodik lassen sich entschärfen, indem Sie nach Lösungen für das bestehende Problem fragen.

Werden Teilnehmer persönlich angegriffen, lassen Sie die Gruppe dazu Stellung nehmen. Wie denken die Teilnehmer über diese Angriffe? Nutzen die Angriffe dem Ergebnis?

Vielredner behindern mehr als sie nutzen. Fordern Sie die Vielredner auf, Antworten auf den Kern zu reduzieren. Die Meinung der Gruppe zu den Thesen des Vielredners kann ebenfalls eine Hilfe sein.

Kommen Sie an einen Punkt, an dem es scheinbar nicht weiter geht, muss die Methodik geändert werden. Wenn ausreichend Zeit vorhanden ist, beziehen Sie die Teilnehmer in diesen Prozess mit ein.

Zeitdruck sollte vermieden werden. Kommt es dennoch zu einem Zeitproblem, ist es nötig, die Teilnehmer darüber zu informieren und die Veranstaltung zu straffen. Es macht keinen Sinn, wichtige Dinge nicht anzusprechen. Klären Sie mit den Teilnehmern, was unbedingt abgeschlossen werden muss.

 

Diskussion Frageformen

Diskussionsrunden und Frageformen als Grundlagen der Moderation

Der Moderator, der Inhalte und Ergebnisse präsentiert und die Teilnehmer anleitet, fungiert gleichzeitig als Lehrer. Es ist nicht erforderlich, dass er selber über das Wissen verfügt, das Thema der Moderation ist. Zwingend ist die Neutralität zum Thema, eine unabhängige, vorbehaltlose Einstellung gegenüber den Teilnehmern und die unbedingte Fähigkeit, sich selber zurück zu nehmen.

Um die Moderation erfolgreich durchzuführen, stehen Ihnen viele Methoden und Hilfsmittel zur Verfügung.
Nicht jede Methodik ist für jede Gruppe und jedes Thema geeignet. Die Mittel müssen nach Zeit, Umfang, Teilnehmern und Ergebnis Anwendung finden.

Diskussionsformen

Diskussionen bei einer Moderation werden vorzugsweise in Runden geführt, bei denen sich die Teilnehmer gleichermaßen in die Augen sehen können. Störende Tische haben hier keinen Platz. Das Halbrund bietet sich als Form an. Lässt die Diskussionskultur der Teilnehmer eine freie, kaum geleitete Diskussion zu, greift der Moderator zur Ringdiskussion.

Besteht die Diskussionskultur in heftigen, ausufernden Auseinandersetzungen oder ist der Zeitdruck hoch, greift man auf die vom Moderator geführte Sterndiskussion zurück. Bei dieser Diskussionsform erteilt und entzieht der Moderator das Wort und fordert jeden Teilnehmer zur Beantwortung von Fragen auf.

Mit präzise gestellten, kurzen Fragen das gewünschte Ziel erreichen und die Antworten visualisieren

Durch gezielte Fragestellung leitet der Moderator die Teilnehmer an, sich am Problemlösungsprozess zu beteiligen. Die Fragen sollten kurz, knapp und präzise sein. Durch direkte Ansprache der Teilnehmer erlaubt der Moderator den Teilnehmern sich einzubringen und Position zu beziehen wenn es darauf ankommt. Wird eine Frage ungenau oder unverständlich gestellt, wird das gewünschte Ziel überhaupt nicht oder unzureichend erreicht. Die korrekt gestellte Frage gibt Impulse zur Lösungsfindung.

Unterschiedliche Fragestellungen lösen beim Teilnehmer unterschiedliche Reaktionen aus. Erwarten Sie eine Entscheidung der Teilnehmer, wird die geschlossene Frage, zu der die Fragen zu einer Abstimmung ebenfalls gehören gestellt. Geschlossene Fragen lassen nur kurze, positive oder negative Antworten zu.

Die offenen Fragen oder W- Fragen geben den Teilnehmern einen großen Spielraum, sich in die Diskussion oder die Datensammlung einzubringen. Offene Fragen legen Sachverhalte, Konsequenzen und Zusammenhänge frei. Sie bieten sich vor allen Dingen zum Sammeln der Daten an. Da der Moderator sich neutral zu Inhalten verhalten muss, können Inhaltsfragen an die Gruppe weitergeleitet werden.

Störer gibt es immer wieder. Da derjenige, der die Fragen stellt, die Veranstaltung führt, werden Sie sich nicht selten Teilnehmern ausgesetzt sehen, die versuchen, den Moderator zur Beantwortung von Fragen herauszufordern. Lassen Sie sich nicht auf dieses „Machtspiel“ ein. Stellen Sie eine Gegenfrage und versuchen Sie die Beweggründe des Teilnehmers zu der von ihm gestellten Frage herauszufinden.

Fazit

Fragen müssen präzise und knapp gestellt werden. Stellen Sie Fragen, die dem Ziel der Veranstaltung zu Gute kommen und verzetteln Sie sich nicht an unrelevanten Fragen, die vom eigentlichen Ziel ablenken. Werden Fragen bezüglich der Transparenz gestellt, beantworten Sie diese so kurz wie möglich. Beachten Sie den Zweck, den Sie mit einer Frage erreichen wollen und stellen die Frage entsprechend. Soll eine Entscheidung gefällt werden, über deren Folgen zuvor schon umfangreichend und ergiebig diskutiert wurde, stellen Sie die Frage als Entscheidungsfrage, die keine weiteren Diskussionen zulässt. Vermeiden Sie die Beantwortung von Inhaltsfragen und beantworten Sie keine Fragen, die die Teilnehmer an Ihrer Kompetenz zweifeln lässt.

 

Visualisierung

Visualisierung und weitere Moderationstools als Bestandteil einer Moderation

Es hat sich gezeigt, dass Lernen, Verstehen und die inhaltiche Aufnahme von Themen durch eine zusätzliche bildhafte Darstellung leichter im Gedächtnis bleiben. Zusammenhänge werden besser verstanden, die Mitarbeit kann durch verschiedene Visualisierungstechniken besser gesteuert werden, die Strukturierung von umfangreichen Themen gelingt leichter und Vielredner müssen sich auf das Wesentliche konzentrieren. Aus diesen Gründen sind Visualisierungen bei Moderationen ein wichtiges Mittel.

Visualisierungen erleichtern zudem die Nachbearbeitung. Erarbeitetes muss nicht mühsam in ein langes Protokoll eingearbeitet und weitergereicht werden. Ein Foto der Visualisierung ist ausreichend und lässt sich später als Anhang an das Protokoll an alle Teilnehmer weitergeben.

Wann ist eine Visualisierung ratsam?

Hohe Teilnehmerzahlen, viele erwartete Antworten und eine komplexe Fragestellung, die in mehreren Schritten beantwortet werden muss, sind wichtige Hinweise für die Visualisierung. Sind die Teilnehmer ungeübt und undiszipliniert oder wird die Diskussion durch wenige dominiert, kann eine Visualisierung Ordnung in die Gruppe bringen. Haben alle Antworten Relevanz und sollen nicht verloren gehen, greift man auf die Visualisierung zurück. Die Teilnehmer bekommen den Eindruck, eingebunden und wichtig zu sein, wenn ihre Gedanken in Schriftform sichtbar werden. Nicht zuletzt geht Ihnen durch die Dokumentation nichts verloren, da Sie diese später mit dem Abschlussbericht einreichen können. Dies zeugt von Ihrer persönlichen Professionalität.

Unterschiedliche Arbeitsweisen zur Erarbeitung von Themen, dem Strukturieren und dem Maßnahmeplan

Abhängig von der Gruppenstruktur und der Mitarbeit innerhalb einer Gruppe bieten sich unterschiedliche Methoden an, ein Thema zu bearbeiten. Die Einzelarbeit gibt stillen Teilnehmern die Chance, sich Gedanken über das Arbeitsgebiet zu machen und die Gedanken in Worte zu fassen. Die soziale Interaktion gehen dabei verloren.

Gruppenarbeiten fördern die soziale Interaktion und Kommunikation unter den Teilnehmern. Mit den Antworten und Lösungsvorschlägen ist in der Regel die komplette, bearbeitende Gruppe konform. Viele Gedankengänge können auf einmal präsentiert werden.

Ergebnisse präsentieren

Bevor die Gruppen- oder Einzelarbeit startet, sollten Sie die Möglichkeit nutzen, Teilnehmer über die Arbeitsmaterialien und die Vorgehensweise bei der anschließenden Präsentation zu informieren. Präsentationen sollten einen Zeitraum von fünf Minuten nicht überschreiten. Diese Tatsache muss den Teilnehmern bewusst sein.

Falls eine Kartennutzung noch nicht eingeführt wurde, sollte das spätestens jetzt geschehen. Karten und ihre unterschiedlichen Aussageformen helfen dabei, die Zeiten einzuhalten, Wichtiges herauszufiltern, Übereinstimmungen zu finden und Diskussionen und Fragen während einer Präsentation zu vermeiden.
Teilnehmer sind stolz auf ihre Arbeit und identifizieren sich damit. Geben Sie ihnen durch Abdecken der Ergebnisse, die noch nicht gezeigt wurden, die Möglichkeit, ihre eigene Arbeit zu präsentieren.

Eine besondere Art der Präsentation ist die Vernissage. Die Pinnwände sind wie in einer Ausstellung für jeden Teilnehmer wahrnehmbar. Über die Verweildauer bei einzelnen Themengruppen entscheidet der Teilnehmer selber.

Geht es darum, einen Maßnahmeplan zu entwickeln, bieten sich Arbeitsgruppen besonders an. Jeder kann seine Meinung äußern und trägt dazu bei, dass die Maßnahmen und Ergebnisse in einem weiteren Schritt formuliert und visualisiert werden können. Das Interesse, eine Maßnahme umzusetzen, ist höher wenn man an der Planung dieser Maßnahme beteiligt war.