Stimme und Sprechtechnik

Überzeugen durch Stimme und Sprechtechnik

An der eigenen Stimme lässt sich arbeiten! Tiefere und wärmere Stimmen werden in der Regel als angenehmer und vertrauenerweckender empfunden als hohe und gepresste Stimmen. Seien Sie sich bewusst, dass Ihre Stimme umso angespannter und gepresster, meist auch umso höher klingt, je angespannter Sie selbst sind und je stärker Sie Ihren Körper anspannen. Versuchen Sie also in der Gesprächssituation gezielt körperlich gelockert zu sein und zu bleiben!

Empfehlungen für eine wirkungsvolle Stimme und Sprechtechnik

Lautstärke

Richten Sie die Lautstärke nach der konkreten Situation aus. Orientieren Sie sich dabei an der Lautstärke Ihres Gegenübers. Zu laut oder zu leise kann als Nervosität interpretiert werden.

Aussprache

Eine weichere Aussprache wird eher als angenehmer empfunden als eine betont scharfe, klare Aussprache. Versuchen Sie, nicht übertrieben deutlich zu artikulieren, d.h. Laute zu formen. Insbesondere wenn Sie aus einer Gegend kommen, in der sowieso schon eher schärfer artikuliert wird als in anderen (z.B. Berlin).

Stimmsenkungen

Am Ende eines Gedankens ist es notwendig, die Stimmmelodie deutlich abzusenken. So signalisiert man dem Hörer, dass die Ausführung eines Gedankens ebenfalls zu Ende ist. Er kann sich mit dem Sprecher auf den nächsten Gedanken einstellen. Fehlen deutliche Stimmsenkungen, so sinkt die Verständlichkeit erheblich.

Tonhöhe

Tiefe Stimmen tragen besser, klingen angenehmer und wirken meistens überzeugender. Viele Menschen neigen dazu, gerade in Drucksituationen zu hoch zu sprechen. Damit nehmen sie sich viel Überzeugungskraft.

Artikulation

Entscheidend ist die Deutlichkeit der Aussprache. Hierbei gilt: Deutlich und weniger laut ist wichtiger als laut und undeutlich. Deutliche Aussprache vermittelt zudem mehr Selbstsicherheit und das Gesagte wirkt überzeugender und nachhaltiger

Sinnvolle Betonung

Ein häufiger Fehler ist, die Deutlichkeit der Sprache durch zu viele Betonungen im Satz erreichen zu wollen. Üblicherweise hat ein Satz im Deutschen nur eine einzige Hauptbetonung, nur einen Hauptakzent. Zu viele Betonungen im Satz lassen das Wesentliche nicht mehr zum Vorschein treten und verringern sehr stark die Verständlichkeit der Rede. Eine Ausnahme ist, wenn man zur besonderen Hervorhebung, etwa ein prägnantes Zitat, Wort für Wort betont. Dieses Stilmittel ist sehr stark, manchmal auch zu heftig, da es eine starke emotionale Aufladung besitzt und gerne als belehrend empfunden wird.

Abwechslungsreiches Sprechen

Langweiliges, monotones Sprechen zwingt zum Abschalten! Darüber hinaus ist der Hörer gar nicht in der Lage, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Wichtiges Merkmal des verständlichen Sprechens ist es deshalb, variationsreich sprechen zu können: Mal lauter, mal leiser; mal langsam, mal schnell; mal kurze Pausen – je nachdem, was gerade hervorhebenswert ist.

Sprechtempo

Für das Sprechtempo gilt das gleiche wie für die Körpersprache. Tendenziell wirken Menschen mit einem angemessenen Sprechtempo überzeugender als Schnell- oder Stakkato Redner. Besser weniger sagen und dafür mehr auf die Wirkung setzen.

Pausen

Nutzen und Wirkung von Pausen

Durch Sprechpausen kann ein zu schnelles und hektisches Sprechtempo zumindest teilweise wieder ausgeglichen werden. Ein Meister der wirkungsvollen Pausen ist zum Beispiel Helmut Schmidt

Dem Redner hilft die Pause zudem,

  • Atem zu holen,
  • den nächsten Gedanken zu formulieren,
  • Ausführungen sinnvoll zu gliedern,
  • Spannung zu erzeugen,
  • Höhepunkte des Vortrags vorzubereiten,
  • Blickkontakt zu den Zuhörern aufzunehmen,
  • zu überprüfen, ob er verstanden wurde.

Den Zuhörern helfen Pausen,

  • das Gehörte zu verarbeiten,
  • die Wirkung mancher Aussagen zu verdauen,
  • eigene Gedanken zu entwickeln bzw. mit dem Gehörten abzugleichen.

Andreas Straub

Andreas Straub

Andreas Straub, Jahrgang 73, ist seit 1999 als Trainer tätig. Zuerst bei Process One als Outdoor- und Teamtrainer, später als Verantwortlicher für die Bereiche Moderation und Konfliktmanagement für Neuland & Partner. Darüber hinaus war er mehrere Jahre als Dozent für den Studiengang Soziale Kompetenz und als Trainer für Management Circle und Euroforum tätig. Seit 2004 ist er Geschäftsführer von andyamo.

Der gelernte Werkzeugmacher und diplomierte Sozialpädagoge, der vor seiner Trainer- und Beratertätigkeit schon in vielen Branchen in unterschiedlichen Führungspositionen gearbeitet hat, bezeichnet sich als umtriebigen Querdenker. Motto: „Von einem Dummen kann man nichts lernen –aber von einem Faulen“. In seiner Freizeit verbringt er so viel Zeit wie möglich mit seinen drei Söhnen. Auf Best Practice Training schreibt er vor allem zu den Themen Präsentation & Rhetorik, Moderation sowie Dialektik & Argumentation.

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