Hochleistung

Wie Sie als Führungskraft Ihre Mitarbeiter zu Hochleistungen anspornen können

Die Best Practices von heute führen morgen in die Sackgasse.

Peter Thiel, Entwickler des Pay Pal Zahlungssystems in seinem Buch: Zero to One

Ich versuchte mein eigenes Verhalten zu reflektieren und zu rekapitulieren: Was hatte ich getan? Welche Einstellungen herrschten bei mir vor? Wie fühlte ich mich selbst dabei? Wodurch könnte ich die Teams beeinflusst haben, dass sie so Außergewöhnliches leisteten? Oder anders ausgedrückt: Wie konnte dies von selbst entstehen, denn so viel hatte ich ja nicht getan! Ich schob in den Jahren darauf alles beiseite, was ich in 20 Jahren Führung und Beratung gelernt hatte! Und: Ich war auch mit einer veränderten Haltung und andern zusätzlichen Elementen an die Veranstaltungen herangegangen.

 Wenige freiheitliche Werte und Regeln.

  • Entwicklungen laufen von selbst, wenn wir sie nicht behindern!

Hier bedeutet es, die Angst zu verlieren, dass der Prozess „aus dem Ruder läuft“ – was immer dies bedeuten mag. Es sind meist fiktive und nicht überprüfte Ängste von Führungskräften, die sich da Bahn brechen. Also unsere unproduktiven Fantasien! Viele Führungskräfte und Berater werden davon permanent geplagt und versuchen deshalb ein strenges Regelgerüst aufzubauen, welches dann dafür sorgt, dass Spontaneität und Energie unterdrückt wird.

  • Gestatten Sie es sich, Sie selbst zu sein und andern, anders zu sein! Ist in der Realisierung nicht einfach, weil wir glauben, Verhalten regulieren zu müssen. Die Wahrheit ist: Menschen regulieren meist im Übermaß selbst, üben also Selbstbeschränkung im Übermaß! Und damit reduzieren sie schon im Voraus ihre eigenen Chancen!
  • Ansonsten nutzte ich die bekannten Regeln für die jeweilige Art der Veranstaltung.

Es waren meine eigenen Werte, die ich – wie jeder – als Hintergrund meiner Arbeit nutzte. Wie sieht es aber aus, wenn Sie selbst vielleicht Angst haben, Freiheit und Offenheit für sich selbst zuzulassen? Dann werden Sie genau dies, ob Sie wollen oder nicht, kommunizieren. Wenn Sie diese Werte jedoch selbst nicht leben können, dann ist es natürlich nicht möglich, damit zu arbeiten. Es hat also keinen Sinn, uns fremde Werte als Basis unserer Arbeit zu nutzen, solange Sie selbst sich nicht in Ihrem eigenen Verhalten als weitgehend selbstbestimmt erleben.

Mancher glaubt allerdings, dem nur durch Versachlichung des menschlichen Kontakts zu entgehen! Dieser Formalisierungsprozess in dem sich viele Kollegen und Führungskräfte verstricken, scheint für diese deshalb so wichtig, weil sie selbst diese Werte nicht leben können. Aber genau dadurch verliert unsere Arbeit ihre innewohnende Kraft!

Es ist die Angst, die Kontrolle zu verlieren und das Überdecken dieses Unbehagens, die Formalisierung vorantreibt! Wir glauben, unsere innere Unsicherheit mit mehr Formalismus – also einem „sicheren“ Konzept entgegentreten zu müssen. Und diese Angst strahlen wir natürlich unbewusst aus, entsprechend Paul Watzlawiks: „Jede Kommunikation beinhaltet eine Sach- und eine Beziehungsebene!“ Aus diesem Grund vermied ich es auch, mit Unternehmen oder Teams zu arbeiten, die ich – aus irgendeinem Grunde – nicht mochte!

Grundlegendes Vertrauen in die Fähigkeiten der Teams

Ich habe eigentlich nie ein Team erlebt, welchem ich es nicht zugetraut hätte, dass es seine Probleme alleine lösen kann! Vielleicht hat mir diese Sicherheit es auch erspart, tatsächlich mal das Gegenteil zu erfahren? Jedenfalls habe ich immer ein unerschütterliches Vertrauen in die Fähigkeiten von Leistungsteams!

Empathie statt formales Vorgehen

Empathie – die Fähigkeit, mit zu empfinden, ist etwas was wir selbst entfalten. Am besten durch einen engen Umgang mit Menschen aber auch durch achtsamen Umgang mit uns selbst, unseren Empfindungen und Bedürfnissen.

Ich habe immer Umgebungen gescheut, in denen es sehr formal zuging. Seit langem lebe ich in einer mediterranen Kultur. Schon als Kind fühlte ich mich hier wohl und dies hat sich immer wieder fortgesetzt. Und so entschloss ich mich irgendwann, da zu leben.

Was ist das Charakteristische im Unterschied zu Mitteleuropa? Es sind andere Prioritäten beim Aufbau einer Beziehung. Ich selbst achte, wie die meisten Menschen in mediterranen Kulturen, zuerst darauf, eine persönliche Beziehung zu meinem Gegenüber aufzubauen, bevor ich mit ihm über Geschäftliches rede. Dies ist in Mitteleuropa meist anders. Da pflegt man eine persönliche Beziehung dann, wenn das Geschäftliche geklappt hat! Beide Herangehensweisen haben natürlich Vorteile, aber die mediterrane Art öffnet natürlich Menschen weit schneller, besonders die Mitteleuropäer, weil die es nicht so gewohnt sind. Deshalb sagten auch fast alle Teilnehmer immer bei meinen Veranstaltungen: „Wir hatten so schnell einen lockeren und angenehmen Umgang miteinander.“

Dazu benötigen Sie natürlich ein gewisses Maß an Empathiefähigkeit. Ich habe festgestellt, dass sich dafür die Arbeit mit Menschen und natürlich eine große Patchworkfamilie in der ich selber stecke sehr gut eignet mit ihren vielen unterschiedlichen Beziehungen, um dies zu lernen! Ein sehr gutes Trainingsfeld. Viele jüngere Kollegen und Chefs haben dies natürlich nicht und setzen deshalb auf Formalisierung. Natürlich treiben Sie auch die Energie  aus einem Team. Schade!

Weshalb tritt eigentlich eine Formalisierung überhaupt ein?

Was entstand in den letzten Jahrzehnten so nebenbei? Eine Formalisierung der einst so kreativen und empathischen Regeln der Moderation, die Ende der 70er Jahre entstand. Es ist vorwiegend ein Angstimpuls der Leitenden, die Kontrolle nicht zu verlieren! Genau dies scheint jetzt mit neuen kreativen Methoden, wie Open Space etc. – die natürlich Intellekt und Empathie benötigen – ebenfalls zu passieren.

Was geschieht in der Formalisierung?

Formalisierung ist immer ein Prozess des Sich-unbewusst-Machens. Und damit ein Übergehen unserer Empfindungen und Wahrnehmungen. Es macht uns ein Stück immun gegen Ängste, aber auch gegen Spaß und Energie! Aber das Schlimmste: Es macht uns immun gegen das Leben und seine Veränderungen! Dadurch wird eine Erfahrung instrumentalisiert, weil wir glauben, wir können sie wiederholen und damit die Erfolge der Vergangenheit! Wir versuchen die empathische, mitempfindende emotionale Seite verstandesmäßig zu behandeln. Es ist wie der Unterschied zwischen einem flatternden Schmetterling in seiner Pracht und Schönheit und einem solchen mit einer Nadel aufgespießt hinter Glas. Damit geht natürlich eines raus: das persönliche Empfinden! Und damit auch die Energie!

In Unternehmen gibt es dann keine Veränderungen mehr – was natürlich ist – sondern Change Programme – aha! Achten Sie mal, wie in Ihrem Unternehmen mit Begriffen umgegangen wird! Je weiter weg wir uns da von dem Kontakt mit Mitarbeitern und Kunden bewegen, desto mehr Begriffe, Programme, neue „Philosophien“ eine Rolle spielen und sich immer schneller abwechseln, als desto abgehobener werden die Aktivitäten im Unternehmen empfunden.

Übermäßiges Gebrauchen von Begriffen, je mehr Gerlish, desto mehr begünstigt diese Sprache den Verstand, Formalisierung, überbordender Gebrauch von Fremdworten. Demgegenüber begünstigt eine anschauliche, einfache Sprache im Unternehmen, ein guter persönlicher Umgang die empathische Seite unseres Lebens und Arbeitens. So einfach ist das!  In einigen Unternehmen gibt es auch Parallelen zwischen dem kaum vorhandenen Erfolg und der Versachlichung! Je mehr Versachlichung und schwurbelige Begriffe, desto weniger Erfolg!

Herzlichst Ihr
Bernd Hofmann

Bessere Führung

Mit diesen drei Fragen können Sie besser führen

Besser führen will wohl jede Führungskraft. Es gibt sehr viele gute und sehr gute Führungskräfte-Programme, angefangen von eintägigen Workshops bis hin zu Führungskräfteentwicklungsprogrammen in Unternehmen. In diesem Vortrag auf TED Talk teilt Roselinde Torres aus ihren 25 Jahren Erfahrung mit Führungskräfteentwicklung drei einfache, aber entscheidende Fragen, die sich zukünftige Führungskräfte stellen müssen, um voran zu kommen.

TED Talk: What it takes to be a good leader

Führung als kreativer Akt

Führung als kreativer Akt

Ist Führung, das Leben selbst ein Problem, welches wir lösen müssen?  

Es hat keinen Sinn, aufzuhören, solange man in der Lage ist, voran zu gehen. Man muss sich immer wieder neu erfinden, neue Richtungen einschlagen.

Robert Redford, 78

Die Nachrichten sind voll davon: Irgendwelche Unfälle, Taifune, Probleme, politische Verwicklungen, Probleme bei der Bahn, bei BER oder Air Berlin, neue Krankheiten etc. etc. Als ob es nichts anderes gäbe als das! Die vielen Milliarden positiver Leistungen, die unzähligen Innovationen und Hilfen, die Menschen Tag für Tag für andere und ihre Familien vollbringen, existieren in solchen Sendungen kaum. Absurd, dass irgendein tragischer Unfall soviel unserer Zeit dominiert! Merken Sie, welches verzerrte Bild der Wirklichkeit sich da zeigt? Es ist eine beliebte Realität, die uns als Opfer sieht. Ebenso unsere Filmwelt, in der Unfälle, Katastrophen und Straftaten dominieren.

Oder auf der anderen Seite die Werbung: Nehmen Sie dies oder das Mittel, damit das Problem nicht auftritt, am besten zweimal am Tag. An solcher Reklame ist nichts falsch. Für manche Anwendungen ist sie eine gute Idee. Werbung für eine Einbruchsicherung, gut. Für manchen sicher sinnvoll. Die Denkweise dahinter kann jedoch ein wirkliches Hindernis werden, wenn sie vorherrschend wird.

Der erste Ausgangspunkt einer solchen Sicht ist immer folgende Philosophie: Leben – und damit Führung – beinhaltet eine Menge Probleme, welche du lösen musst! Leben ist überhaupt ein Problem! Meine Frage ist da grundsätzlich: Wie sehen Sie Ihr eigenes? Als eine Serie von Pannen und Katastrophen, die Sie lösen müssen oder als einen kreativen Akt, bei dem Sie das erschaffen, was Sie möchten? Dies sieht zu Beginn ganz ähnlich aus, jedoch führt diese Veränderung unseres Blickwinkels allmählich zu einer gewaltigen Veränderung in der eigenen Haltung und den Ergebnissen. In der ersten versuchen Sie, permanent Probleme die anstehen, zu lösen. Sie reagieren auf Schmerz, auf Druck – so wie angeblich viele Menschen. Und Sie versuchen immer wieder schmerzfrei zu werden, wenn notwendig mit Pülverchen und Ratschlägen. Und dann lehnen Sie sich zurück und warten auf das nächste Problem. Schon dies signalisiert eine Haltung des Ertragenden, des Leidtragenden. Es ist jemand, der für sein Leben keine eigene Verantwortung übernehmen möchte.

In einer zweiten Sichtweise agieren Sie, machen Pläne und handeln, um zu Ihrem Ziel zu kommen. Auf diesem Wege lernen und verlernen Sie viel. Machen natürlich viele Fehler und packen Situationen immer wieder anders an. Es gibt tolle Zufälle und überraschende Schwierigkeiten. Und wenn Sie offen sind, dann lernen Sie eine Menge und jeder Tag wird ein Abenteuer! Sie haben zusehends den Eindruck, dass Sie alles weiterbringt, sogar Ihre Schwierigkeiten und eine unerklärliche Beschwingtheit macht sich allmählich breit! Nach und nach entwickeln sich Ihre Träume zu realen Projekten und Ergebnissen. Siehe da mit vielen Überraschungen! Allmählich wird Ihr Leben etwas, was Sie lieben und verliert zusehends den Charakter des Hamsterrades – immer ein Anzeichen für Unbewusstheit und Denkfallen. Und Sie haben Erfolg, mit vielen Zufällen und erstaunlichen Ereignissen! Selbst riesige Probleme zeigen sich im Nachhinein als Chance oder Situationen, aus denen Sie besonders viel gelernt haben! Die meisten Erfolgreichen sagen fast alle rückblickend etwa das Gleiche: „Ich hätte nie geglaubt, dass ich diesen Erfolg erreiche!“ (Wenn man es von der üblichen rationalen Denke aus sieht.)

Was ist der Unterschied? In der ersten Haltung definieren Sie sich als Opfer, als Gegenstand der sich verbraucht. Der herumgeschubst wird. Dessen Uhr unerbittlich abläuft, wie ein Kilometerzähler. Etwa wie eine Maschine, die irgendwann gestartet, immer wieder Probleme bekommt, um dann schließlich nutzlos abgestellt zu werden. „Ach, die Zeit geht so schnell rum!“ – immer ein Anzeichen von Unbewusstheit! Eine große Chance, etwas auszurichten, zu verändern haben Sie in solch einem Weltbild nicht. Sie sorgen einfach dafür, dass immer genügend Öl in der Maschine ist und Ersatzteile ausgetauscht werden, damit „es“ läuft. Spaßig? Lebendig?

In der zweiten Sicht haben Sie ein Anliegen. Wenn Sie Ihres zulassen, dann will irgendetwas da raus aus Ihnen. Wünsche, „verrückte“ Ideen, zunächst Unverstandenes. Manchmal setzt Sie das gewaltig unter Druck und Sie wissen nicht genau, was los ist und wo das hin will. Sie geben dem Raum, lassen auch sonderbare Wege zu. Nach und nach vertrauen Sie diesem inneren Druck und akzeptieren ihn allmählich als instinktive und intuitive Lenkung Ihres inneren Beobachters. Ihr Ziel wird allmählich Gewissheit. Und irgendwie gestaltet sich da nach einiger Zeit etwas, das Ihren Wünschen sehr nahe kommt, vielleicht auf ganz anderen Wegen als geplant… Sie finden Ihren ganz eigenen unverwechselbaren Stil, Ihr eigenes Produkt, Ihren ganz persönlichen Selbstausdruck, schaffen Ihren ganz persönlichen Erfolg. Viele bewundern Sie plötzlich, dabei haben Sie – von sich aus gesehen – eigentlich nichts Besonderes getan. Nur Ihren Ideen und Bedürfnissen nachgegangen, jedoch dies konsequent. Warum tut dies eigentlich nicht jeder?

Ein Bild ist dann fertig, wenn es gut ist!

Gerhard Richter, bekanntester und wohlhabender deutscher Maler zu seinen Bildern

Wer andererseits den Weg des Lösens von Problemen konsequent geht, bekommt irgendwann eine wichtige Lebenserfahrung geschenkt: Wir können alle lösen und doch haben wir nicht das erreicht, was wir wollten! So die Einsicht eines sehr „erfolgreichen“ Unternehmers, den ich kenne, der diese Erkenntnis mit 67 Jahren hatte! Er hatte die Firma übernommen, sie groß gemacht, viel Geld verdient – weil seine Eltern dies wollten – er jedoch „eigentlich“ nicht. Schließlich verkaufte er das Unternehmen und tat das mit seinem Geld, was er eigentlich damit vorhatte, endlich! Aber: Er hatte es nie geschafft, sich aus einer unglücklichen Beziehung zu lösen – wegen der Konventionen. Wir können alles wasserdicht, einbruchsicher, luftdicht machen, brav an unseren Beziehungen basteln, die Kids aufziehen und überwachen, unsere Lebensversicherung pünktlich bezahlen, nur wo ist das persönliche Wohlbefinden? Stellt es sich dann ein? Macht Sie das glücklich, fühlen Sie sich dann erfüllt?

Bei aller Kritik an unserer Zeit, an unserer Gesellschaft, an der Politik, die auch angemessen sein mag, die uns dabei hilft, Situationen immer wieder in Frage zu stellen und zu verbessern, sagt dies nichts über die gefühlte Qualität unseres Lebens aus. Unsere Lebensumstände haben sich – vor allem in den letzten 60 Jahren – erheblich verbessert, jedoch die allgemeine Zufriedenheit in Westdeutschland seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts nicht! „Schließlich gibt uns unsere Gesellschaft einen Rahmen, in dem wir alles verwirklichen können, was uns wichtig ist,“ so Khadra Sufi, eine deutsche Moderatorin somalischer Herkunft. Komisch – offenbar haben dies viele noch nicht bemerkt!

Nein, ich bin nicht gegen Fortschritt und schon gar nicht gegen moderne Annehmlichkeiten – so es denn Fortschritte sind! Haben Sie sich mal überlegt, ob Sie gerne in einer Zeit – sagen wir vor 200 Jahren leben wollten, in der Zeit der napoleonischen Befreiungskriege, mit deren Möglichkeiten und Beschränkungen? Wie schön, herrlich, wunderbar und erstaunlich ist da doch ein Kühlschrank, aus dem ein kaltes Bier am Abend kommt – oder? Aber diese Untersuchungen zeigen auch, dass die Zufriedenheit nicht weiter wächst mit stetig steigendem Einkommen! Dazu gehört eine veränderte innere Haltung, dass Sie der Schöpfer und Gestalter Ihrer eigenen Wirklichkeit sind. Und diese Haltung schafft natürlich auch die Welt, in der Sie leben!

Was ist unsere Welt wirklich? Eine Maschine, ganz logisch, kühl und simpel wie ein Fahrrad, das Finanzamt, ein Automotor oder wirbelnde, unberechenbare  Energie wie das Wetter, die Börse, der Markt oder die Quantenphysik? Ganz einfach, die Welt ist da so nett, dass sie sich streng an Ihren Vorstellungen und natürlich auch Befürchtungen orientiert. Sie haben nicht nur die Freiheit zu wählen, was Sie sein oder tun wollen und welchen Job Sie machen, nein. Sie haben auch die Freiheit in der Welt zu leben, die Sie mögen, da Sie es selbst sind, der diese jede Sekunde, jeden Tag mit Ihrer Wahrnehmung aufbaut. Sie müssen sich nur entscheiden, was Sie als Ihre eigene ganz persönliche Sichtweise zulassen. Das ist alles. Und dann passiert genau das, was Ihre Welt so hergibt… Ihre Visionen – und Befürchtungen – realisieren sich. Ihr Erfolg als Chefin, Kreative, Geliebte oder Mutter wird deutlich, je klarer Sie in Ihren inneren Bildern sind. Und was immer Sie noch für spinnerte, abgedrehte oder enorm praktische Ideen realisieren wollen, die Ihnen Freude machen… Ja genau diese brauchen wir, genau das braucht unsere Gesellschaft! Und nicht stromlinienförmige Angepasste!

Eigentlich gibt es die „Welt da draußen“ gar nicht, es sind Sie, der da in einen Spiegel schaut… Und was da in Ihnen ist, sehen Sie manchmal mit einer kleinen Zeitverzögerung sich dort draußen entwickeln. Bestenfalls können wir die Welt – in Anlehnung an die Quantenphysik – als Möglichkeitsraum sehen, bei dem es auf unseren Blickwinkel entscheidend ankommt. Dies sind allerdings Weltbilder, die im Mainstream noch nicht angekommen sind, dafür jedoch bei vielen Jugendlichen. Sie spielen schon lange Abenteuerspiele am Computer, die ein wunderbares Abbild der Quantenwelt sind. Es gibt verschiedene Ebenen mit unterschiedlichen Gesetzen, der Ereignishorizont ist in uns, die Welt kommt auf uns zu, anstatt wir zu ihr, wir können immer wieder neu wählen, wohin wir gehen wollen und wenn der Computer aus ist, dann verschwindet die spannende Illusion. Und wir können ihn ja immer wieder anmachen und ein neues Spielchen spielen… In einer ganz anderen Welt! Schauen Sie mal Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter dabei über die Schulter, Sie können sicher was lernen!

Subjekt und Objekt sind nur eines. Man kann nicht sagen, die Schranke zwischen ihnen sei unter dem Ansturm neuester physikalischer Erfahrungen ausgefallen; denn diese Schranke gibt es überhaupt nicht!

Erwin Schrödinger, Quantenphysiker in: <Geist und Materie> zur Sichtweise unserer Welt

Diesen Fragen sollten Sie sich stellen:

  • Was wollen Sie gestalten?
  • Wo ist Ihre Liebe? Ihre Leidenschaft? Was macht Ihnen wirklich Freude?
  • Wie weit sind Sie mit Ihren Lebensprojekten? Oder haben Sie Ihre „Träume“ schon aufgegeben und/ oder „realistisch“ umgearbeitet?
  • Wo wollen Sie – einen Unterschied machen?

Derjenige, den Sie wirklich ernst nehmen sollten, sind Sie selbst, mit allem, was dazugehört: Ihren Interessen, Fähigkeiten, Hobbys, Leidenschaften, Spinnereien und Idiotien. Wenn Sie sich wirklich respektieren, dann geschieht ein Wunder! Sie beginnen, alle andern ebenfalls zu respektieren! Na so was! Der Weg zur Nächstenliebe führt also über die Selbstannahme – wer hätte das gedacht? Wenn Sie Ihren Pfad konsequent gehen, dann bekommen Sie nicht nur Achtung vor sich, sondern auch Respekt vor allen anderen! Das nennen wir dann etwas hochtrabend Selbstverantwortung und Verantwortung für andere. Und – trauen Sie sich!

Es ist letztendlich einfach, aber vielleicht nicht immer leicht, wenn Sie sich nach Ihrem inneren Kompass richten!

Herzlichst Ihr
Bernd Hofmann

Inspiration

Unternehmerische Inspiration – die zentrale Leidenschaft

Wissen Sie, meine Firma ist eigentlich nur eine Idee!

Mein letzter Chef vor der Beratertätigkeit, Inhaber eines leistungsfähigen, mittelständischen Unternehmens

Federico Fellini, als Junge vom Kino in Rimini fasziniert, beginnt – meist abends, allein in seinem dunklen Zimmer – spontan Bilder zu sehen. Begleitet von Empfindungen der Harmonie und Begeisterung. Es sind die ursprünglichen Modelle, aus denen er später seine Filmideen entwickelt und umsetzt.

Yvon Chouinard ist Kletterer. Eigentlich denkt er überhaupt nicht daran, Unternehmer zu werden. Viel lieber ist er im Yosemite Valley mit seinen gigantischen Kletterwänden aus Granit unterwegs. Schließlich erkennt er, dass es ohne selbst entwickelte Produkte für Kletterer nicht geht, da er genau weiß, welche Geräte, welche Ausrüstung er als Besessener des Kletterns braucht.

Mark Zuckerberg ist Student und sucht eine Möglichkeit, weil er sehr schüchtern ist, per Computer an der Uni „Frauen aufzureißen.“ Aus einem kleinen selbstgeschriebenen Programm entsteht innerhalb weniger Jahre die größte virtuelle Community mit über 800 Millionen Teilnehmern und ein Milliardenunternehmen.

Carl Benz bastelt seit Jahren und mit wechselndem Erfolg an einem pferdelosen Wagen mit Benzinmotor, ist aber immer wieder zögerlich, perfektionistisch und unsicher über das Ergebnis, bis seine Frau ohne sein Wissen, die erste Überlandfahrt von Mannheim nach Pforzheim damit macht und großes Aufsehen erregt. Der Einstieg in eine Weltkarriere als Unternehmer.

Meist sind es Schlüsselerlebnisse, die Menschen dazu bringen, selbst unternehmerisch tätig zu werden. Solche Erfahrungen entstehen plötzlich, „zufällig“, d.h. sie sind nicht Teil unseres logischen, rationalen Weltverständnisses. Natürlich gehören Sie zu unserer Welt, besser gesagt, der Quantenwelt, denn da entsteht oft Erstaunliches so nebenbei, und dies macht die Sache so interessant. Oft denken die Beteiligten nicht einmal im Traum an das Unternehmersein. Und meistens kommen sie „zufällig“ auf eine interessante Idee. Das Spannende: Viele entscheidende Innovationen, die Menschen geschaffen haben, sind ein Ergebnis von solchen besonderen Erfahrungen oder auch Zufällen. Diese Durchbrüche in der eigenen Wahrnehmung, das Gefühl einer inneren Spannung, einem Wunsch, einer Vision, die empathische Empfindung, die sich allmählich löst, etwas Bestimmtes erreichen zu wollen, sorgen dafür, dass Innovatoren, Unternehmer über Jahre große Energien aufbringen, um dies in die Tat umzusetzen.

Ohne eine solche Kernleidenschaft, die meistens von einer Person, von zwei oder seltener von einem Team getragen wird, kann sich kaum ein großer Erfolg entfalten. Und wichtig: es müssen immer Personen da sein, die diesen Erfolg weiter tragen können. Eine große Aufgabe für die Rekrutierung.

Größere Unternehmen erhalten das innere, kreative Feuer lange nach der Gründung meist dadurch aufrecht, dass sie auf verschiedenen Ebenen Menschen oder Teams haben, die sich mit ihrer persönlichen Leidenschaft für das Unternehmen und dessen Produkte einsetzen. Haben Sie solche Kollegen, kann sich schnell eine große Leistung und Kreativität entfalten.

Manchmal hat die Öffentlichkeit das Empfinden, dies seien alles ganz besondere Persönlichkeiten mit besonderen Eigenschaften. Aber das stimmt überhaupt nicht. Es sind Menschen mit wenig Stärken und vielen Schwächen wie Sie und ich. Der einzige Unterschied ist, dass diese Leute sich und ihre Ideen ernst nehmen, annehmen und etwas daraus machen. Dass sie es wagen, ihre eigenen Wege zu gehen und nicht bei Allgemeinplätzen stehen bleiben oder ständig danach sehen, was andere tun.

Die Männer und Frauen, denen Sie in dieser Ausgabe begegnen, sind keine Supermänner und -frauen. Sie wollen sich nicht opfern, suchen keine Ehrerbietung und auch keinen Ruhm. Und sie sind auch nicht einfach nur gut, makellos, heldenhaft. Sondern Menschen, die sich auch mal verrennen, sich fürchten oder pleitegehen. Aber sie weisen „über etwas hinaus“. Denn das bedeutet glücklicherweise, nicht unmenschlich zu sein.

Gabriele Fischer
, Chefredakteurin brand eins im Editorial August 2011

Wenn wir davon ausgehen, dass die kommende Wirtschaft als zentralen Erfolgsfaktor das Erkennen von Chancen und das kreative Umsetzen von Ideen als hauptsächlichen Wirtschaftsfaktor beinhaltet, dann macht es auch Sinn, dass Menschen diese intuitiven Zugangsmöglichkeiten zu sich selbst achten und für sich erlebbar machen. Die Optimierung der eigenen Wahrnehmung, die Empathiefähigkeit ist nicht nur ein Element der seelischen Hygiene, sondern auch ein zentraler persönlicher Kreativfaktor.

Unternehmerische Inspiration – Was ist wichtig?

  1. Gehen Sie Ihren Ahnungen und Ideen nach. Dadurch bekommen Sie ein immer besseres Gespür für Ihre Interessen und für das Thema, welches Sie interessiert.
  2. Geben Sie diesen eine innere Basis und schütten sie Ihre Ideen nicht mit rationalen Argumenten zu. Nach dem Motto: „Das jetzt nicht, sondern das!“ „Das kann doch gar nicht sein!“ „Das ist doch unmöglich!“ „So ein Schwachsinn!“ Das sind die gängigen Weltbilder, bei denen alles sicher, logisch ist. In Bild der Quantenwelt, die uns hier als besseres Modell gilt, gibt es eine solche Sicherheit nie, sondern nur Wahrscheinlichkeiten. Einfach gesagt: alles ist möglich, wenn Sie es für möglich halten.
  3. Prüfen Sie, ob in dem, was Sie da beschäftigt, wirklich Energie für Sie selbst drinsteckt! Fühlen Sie sich energievoller, besser, optimistischer, wenn Sie sich mit Ihren Interessen oder Lieblingsthema befassen? Je leichter es geht, desto mehr Potential steckt drin. Anstrengung bedeutet nur, dass Sie einen Teil Ihrer persönlichen Anteile nicht annehmen können oder dass Sie inzwischen der Meinung sind, dass Sie mit Anstrengung Ihr Ziel besser und schneller erreichen. Die wichtigen Dinge gehen dagegen meist von selbst, nur das geht schwer, was Sie dafür halten!
  4. Haben Sie den Mut, Ihre Fragen und Interessen ganz individuell zu lösen! Pfeifen Sie auf das, was als „normal“ gilt! Finden Sie Ihren eigenen Stil! Beobachten Sie genau, was Ihnen wichtig und unwichtig ist und nehmen Sie dies an.

Was tun, wenn diese kreative Inspiration in Ihrem Team oder Unternehmen nicht in ausreichendem Maß da ist? Wenn Motivierung notwendig erscheint? Ihnen die Potentiale bei den Führungskräften fehlen sollten? Das ist in vielen Fällen die Standardsituation. Hier geht es darum, mit sich selbst organisierender Führung Mitarbeiter genau zu dieser Selbstverantwortung und damit zum Ernstnehmen der eigenen Motivation zu führen. Ich habe dies in meinem Buch: „Führen aus der Hängematte“ beschrieben. Entscheidend ist auch eine entspannte Art des Umgangs miteinander ohne Prinzipienreiterei. Nehmen Sie die Herausforderungen an, aber locker! Achten Sie auf den Zusammenhalt im Team besonders dann wenn es schwierig wird.

Herzlichst
Ihr Bernd Hofmann

Buchtipp

Buch-Tipp: Der Kaufmann und der Papagei

Heute habe ich mal wieder einen schnellen Buch-Tipp für Sie:

Der Kaufmann und der Papagei

Der Kaufmann und der Papagei:
Orientalische Geschichten in der Positiven Psychotherapie
Peseschkian, N. (Fischer Taschenbuch Verlag)

Ein sehr hilfreiches Buch für Therapeuten, Coaches, Trainer und (Konflikt-) Moderatoren. Ich nutze viele der Geschichten für Zwischen- und Abschlussinterventionen in Coachings, Workshops, Konfliktmoderationen und Trainings. Die Geschichten sind sehr hilfreich, wenn Sie es aushalten, dass Ihre Kunden/Klienten die Geschichten mitunter sehr unterschiedlich verstehen und umsetzen, was meistens zu sehr spannenden Prozessen/Veränderungen führt.