Säulen der Moderation

Die fünf Säulen der Moderation im Bezug zu den Moderationsphasen

Betrachtet man die fünf Säulen der Moderation – Beschleunigen, Abbremsen, Einbinden/Integrieren, Fokussieren/Zusammenfassen und Transparenz herstellen – genauer, wird man feststellen, dass diese entweder zu gleichen Teilen in den einzelnen Moderationsphasen eingesetzt werden müssen oder für bestimmte Phasen der Moderation erforderlich sind.

Die grundsätzliche Vorbereitungsphase der Moderation erarbeiten Sie am einfachsten und umfangreichsten mit Hilfe von Checklisten. Anhand dieser Checklisten verlieren Sie nicht den Überblick und die Nachbearbeitung kann besser kontrolliert werden.

Herstellung der Arbeitsfähigkeit

Die Herstellung der Arbeitsfähigkeit gliedert sich in die Warm-up-Phase und die Transparenzphase.

Die Warm-up-Phase dient dem Kennenlernen und Auflockern der Teilnehmer. Dinge, die nicht zum Thema gehören, können vorab untereinander besprochen werden. Teilnehmer, die sich nicht kennen, bekommen die Gelegenheit, ihr Gegenüber einzuschätzen. Es ist wichtig, den Teilnehmern diese Möglichkeit des ungezwungenen Miteinanders zu geben, da hierbei Barrieren vermindert werden können, die eine gute Zusammenarbeit stören. Das Warm-up wird vom Moderator nicht gesteuert. Ein Eingreifen ist weder erwünscht noch förderlich. Das Warm-up dient dem lockeren Small Talk in entspannter Atmosphäre.

In der Transparenzphase ist der Moderator gefordert. Er stellt die Spielregeln auf und erklärt den Ablauf der Veranstaltung. Unklarheiten zum Thema oder zum Sinn der Moderation können beseitigt werden. Die Aufgaben der Teilnehmer und des Moderators werden klar umrissen. Der Moderator macht deutlich, dass er im Hintergrund bleibt und dass die Ergebnisse und das Ziel von den Teilnehmern erarbeitet werden.

In dieser Phase kann ein guter Moderator Stimmungen erkennen und gegebenenfalls durch kleine Ablaufänderungen reagieren. Findet die Moderation zum Beispiel auf Grund von internen Streitigkeiten unter Kollegen statt, kommt man nicht selten in die Situation einer Lagerbildung. War eigentlich eine Kleingruppenarbeit geplant und merkt man, dass diese Arbeitsweise die beiden Lager noch weiter auseinanderbringen würde, hat der Moderator direkt zu Beginn der Veranstaltung die Möglichkeit, die Vorgehensweise zu ändern.

Daten sammeln

Die Datensammlung untergliedert sich in zwei Kategorien. In der ersten Phase bereitet der Moderator die Teilnehmer durch eine kleine Präsentation, ein Bild oder eine Mini-Diskussion auf das Thema vor. Das Ganze sollte eine Dauer von zehn Minuten nicht überschreiten. In dieser Zeit werden alle fünf Säulen vom Moderator abgefragt. Gespräche müssen in Gang gebracht werden, Vielredner sollten gestoppt werden, ruhige Teilnehmer müssen eingebunden werden und die Ergebnisse der Datensammlung wollen visualisiert werden. Die Transparenz wird durch eine gelungene Themendarstellung erreicht und der Moderator schätzt die Stimmung genauer ein.

Strukturieren, Verwerten, Konkretisieren

Durch gezielte Fragen leitet der Moderator die Teilnehmer dazu an, die gesammelten Daten zu strukturieren. Prioritäten können erkannt werden. Aussagen sollen präzisiert werden. Der Moderator ist erneut auf die fünf Säulen in ihrer Gänze angewiesen. Die Fragestellung eines geübten Moderators soll die Teilnehmer näher an ihr Ziel bringen. Die Ergebnisse werden gesichert und können den Teilnehmern zur Verfügung gestellt werden.

Cool-down

Der Cool-down dient dazu, die Veranstaltung Revue passieren zu lassen. Wurden alle Erwartungen erfüllt? Konnten Unklarkeiten beseitigt werden? Besteht Bedarf nach weiteren Moderationen? Auseinandersetzungen, die während der Veranstaltungen entstanden sind, kann man nun aus dem Weg räumen oder so klären, dass ein vernünftiges Miteinander weiterhin möglich ist.

 

Andreas Straub

Andreas Straub

Andreas Straub, Jahrgang 73, ist seit 1999 als Trainer tätig. Zuerst bei Process One als Outdoor- und Teamtrainer, später als Verantwortlicher für die Bereiche Moderation und Konfliktmanagement für Neuland & Partner. Darüber hinaus war er mehrere Jahre als Dozent für den Studiengang Soziale Kompetenz und als Trainer für Management Circle und Euroforum tätig. Seit 2004 ist er Geschäftsführer von andyamo.

Der gelernte Werkzeugmacher und diplomierte Sozialpädagoge, der vor seiner Trainer- und Beratertätigkeit schon in vielen Branchen in unterschiedlichen Führungspositionen gearbeitet hat, bezeichnet sich als umtriebigen Querdenker. Motto: „Von einem Dummen kann man nichts lernen –aber von einem Faulen“. In seiner Freizeit verbringt er so viel Zeit wie möglich mit seinen drei Söhnen. Auf Best Practice Training schreibt er vor allem zu den Themen Präsentation & Rhetorik, Moderation sowie Dialektik & Argumentation.

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