Moderation oder Präsentation?

Moderation oder Präsentation – Die Wahl des richtigen Mittels

Wird in Betracht gezogen, Ergebnisse mittels der Moderations – Methode zu erreichen, müssen im Vorfeld bestimmte Faktoren mit der gewählten Methodik übereinstimmen. Die Struktur der Moderations – Methode, Ziele, Ergebnisse, Abläufe, Zeit und nicht zuletzt die Rolle des Moderators, der sich bei der Moderation im Hintergrund hält, liefern wichtige Entscheidungshilfen.

Sollen die Beteiligten in den Prozess einbezogen werden, um mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen Lösungsansätze zu bieten oder sollen sie über fest stehende Ergebnisse informiert werden?
Ist der Ablauf flexibel oder in der Gänze durchgeplant und unverrückbar?
Welche Zeit steht zur Verfügung? Moderationen können abhängig vom Aufwand und den eingesetzten Mitteln zwischen zehn Minuten und mehreren Tagen dauern. Bei einer Präsentation schwindet die Aufnahmefähigkeit in der Regel nach zwanzig bis dreißig Minuten.
Eignet sich die gegebene Fragestellung zur Wiedergabe mittels Papiermedien, Flipchart und Pinnwand? Diese Medien werden hauptsächlich bei Moderationen eingesetzt.
Beachten Sie all diese Kleinigkeiten und treffen Sie anschließend die Entscheidung pro oder kontra Moderation.

Moderation oder Präsentation?

Definition Moderation
Eine Moderation kann immer dann eingesetzt werden, wenn es das Ziel ist, alle Beteiligten zum Erreichen des Ergebnisses, das nicht feststeht, einzubeziehen. Die Moderation ist ein geplanter Prozess, der den notwendigen Abläufen angepasst werden kann. Der Moderator gibt Initialzündungen um den Prozess zu fördern, steht ansonsten im Hintergrund.
Die Kommunikationsform ist der Dialog. Es finden Interaktionen unter den Teilnehmern statt.

Definition Präsentation
Bei einer Präsentation steht das Ergebnis fest. Die Präsentation dient ausschließlich dazu, den Beteiligten die Ergebnisse verständlich darzustellen und Begeisterung oder Überzeugung hervor zu rufen.
Da das Ergebnis fix ist, ist es nicht notwendig, die Beteiligten einzubeziehen.
Der Redner steht im Vordergrund. Mit ihm und seiner Präsenz steht und fällt der Vortrag.
Die Kommunikationsform ist der Monolog. Interaktionen unter den Teilnehmern sind nur eingeschränkt möglich.

Struktur einer Moderation

Die Moderations – Methode findet in zwei Phasen statt. Die erste Phase dient dazu, Informationen, Ideen und Vorschläge ohne Bewertungen und ausufernde Diskussionen zu sammeln. In der zweiten Phase findet die Strukturierung und Diskussion zu den relevanten Punkten statt. Um beide Phasen zu erreichen, ist es erforderlich, diese mit einer gezielten Fragestellung zu beginnen.

Fazit

Eine Moderation bietet viele Vorteile, wenn Sie erkennen, ob die Methode zur Problemfindung geeignet ist.

Alle Beteiligten werden eingebunden.
Das vorhandene Wissen wird effizient eingesetzt und weitervermittelt.
Hierarchien und alte Strukturen können aufgebrochen werden.
Durch den Einsatz von Papiermedien und Karten müssen die Ideen auf Wesentliches konzentriert werden.
Zugleich fördert das „aufs Papier“ bringen das Erlernen und Verinnerlichen bestimmter Abläufe und Themen.
Gemeinsam entwickelte Ergebnisse und Ziele erreichen eine höhere Akzeptanz und Umsetzung.
Der Input ist insgesamt höher.

Vermeiden Sie es, fest stehende Ergebnisse in eine Moderation zwängen zu wollen, es funktioniert nicht.
Man kann Dinge endlos diskutieren, ohne dass das Ergebnis besser werden würde. – Maß halten ist die Lösung.

 

Andreas Straub

Andreas Straub

Andreas Straub, Jahrgang 73, ist seit 1999 als Trainer tätig. Zuerst bei Process One als Outdoor- und Teamtrainer, später als Verantwortlicher für die Bereiche Moderation und Konfliktmanagement für Neuland & Partner. Darüber hinaus war er mehrere Jahre als Dozent für den Studiengang Soziale Kompetenz und als Trainer für Management Circle und Euroforum tätig. Seit 2004 ist er Geschäftsführer von andyamo.

Der gelernte Werkzeugmacher und diplomierte Sozialpädagoge, der vor seiner Trainer- und Beratertätigkeit schon in vielen Branchen in unterschiedlichen Führungspositionen gearbeitet hat, bezeichnet sich als umtriebigen Querdenker. Motto: „Von einem Dummen kann man nichts lernen –aber von einem Faulen“. In seiner Freizeit verbringt er so viel Zeit wie möglich mit seinen drei Söhnen. Auf Best Practice Training schreibt er vor allem zu den Themen Präsentation & Rhetorik, Moderation sowie Dialektik & Argumentation.

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