Moderator und Trainer

Moderator und Trainer in Einem? – Die Erfüllung von Erwartungen und das Lösen von Konfliktsituationen

Das Moderieren von Workshops und Meetings unterliegt unterschiedlichen Aspekten, die den Eindruck vermitteln können, dass man sie nicht miteinander verbinden kann. Bei der Moderation wird erwartet, dass sich der Moderator aus dem Findungsprozess heraushält. Eine eigene Meinung ist nicht erwünscht, Neutralität zwingend erforderlich.

Gleichzeitig muss er in der Lage sein, Inhalte zu vermitteln, Lernprozesse zu fördern und die Interaktion der Teilnehmer zu steuern. Um diese Gratwanderung zu bewältigen, ist es notwendig, dass der Moderator nicht nur die verbale Kommunikation versteht und aufzeichnet, sondern in der Lage ist, die Körpersignale der Teilnehmer zu verstehen.

Transparenz

Transparenz zu schaffen ist ein Thema, das sich durch den kompletten Moderationsprozess bewegt. Beim Schaffen von Transparenz kann man sich nicht ausschließlich auf das Offensichtliche beziehen. Zur Schaffung von Transparenz gehört auch, Ungesagtes aus den Teilnehmern heraus zu kitzeln.

Als Moderator haben Sie die Teilnehmer im Blick oder sollten Sie die meiste Zeit im Blick haben. Veränderungen im Gesichtsausdruck oder an der Körperhaltung können Aufschluss darüber geben, ob ein Teilnehmer Schwierigkeiten mit der Äußerung eines anderen Teilnehmers oder zur gestellten Frage und Thematik hat. Finden Sie durch eine direkte Ansprache des Teilnehmers seine Beweggründe heraus.

Flexibilität

Die Vorteile einer Moderation können nur dann vollkommen genutzt werden, wenn die Moderation sich den Umständen, die während des Moderationsprozesses auftreten können, flexibel anpasst. Im Vorfeld der Veranstaltung haben Sie sich ein Konzept erstellt. Dieses Konzept muss flexibel bleiben, damit Sie auf Veränderungen im Verhalten der Teilnehmer und eine geänderte Gesamtsituation eingehen können.

Teilnehmer, die schon zu Beginn keinen Zugang zueinander bekommen, lassen sich nur schwer davon überzeugen, sinnvoll in einer Gruppe miteinander zu arbeiten. Passen Sie Ihre Tools dieser Situation an. Im ungünstigsten Fall erleben Sie Situationen, die es unmöglich machen, die Veranstaltung zum gewünschten Ende zu bringen. Abbrechen ist in diesen Fällen der bessere Weg. Vergessen Sie am Ende einer solchen Veranstaltung den Cooldown nicht. Gerade in diesen Fällen schwelen die Konflikte sonst weiter.

Störungen und der Umgang mit ihnen

Konflikte, Uneinigkeiten, Ärger und Langeweile sind nur ein paar der Dinge, die Störungen auslösen können. Störungen müssen konkret angesprochen werden. Werden die Störungen offensichtlich, reißen sich die meisten Teilnehmer zusammen.

Wirkt dies nicht, stellen Sie die Frage nach dem Warum und geben Sie den Teilnehmern die Möglichkeit Lösungsvorschläge anzubieten. Ängste und Blockaden zur Methodik lassen sich entschärfen, indem Sie nach Lösungen für das bestehende Problem fragen.

Werden Teilnehmer persönlich angegriffen, lassen Sie die Gruppe dazu Stellung nehmen. Wie denken die Teilnehmer über diese Angriffe? Nutzen die Angriffe dem Ergebnis?

Vielredner behindern mehr als sie nutzen. Fordern Sie die Vielredner auf, Antworten auf den Kern zu reduzieren. Die Meinung der Gruppe zu den Thesen des Vielredners kann ebenfalls eine Hilfe sein.

Kommen Sie an einen Punkt, an dem es scheinbar nicht weiter geht, muss die Methodik geändert werden. Wenn ausreichend Zeit vorhanden ist, beziehen Sie die Teilnehmer in diesen Prozess mit ein.

Zeitdruck sollte vermieden werden. Kommt es dennoch zu einem Zeitproblem, ist es nötig, die Teilnehmer darüber zu informieren und die Veranstaltung zu straffen. Es macht keinen Sinn, wichtige Dinge nicht anzusprechen. Klären Sie mit den Teilnehmern, was unbedingt abgeschlossen werden muss.

 

Andreas Straub

Andreas Straub

Andreas Straub, Jahrgang 73, ist seit 1999 als Trainer tätig. Zuerst bei Process One als Outdoor- und Teamtrainer, später als Verantwortlicher für die Bereiche Moderation und Konfliktmanagement für Neuland & Partner. Darüber hinaus war er mehrere Jahre als Dozent für den Studiengang Soziale Kompetenz und als Trainer für Management Circle und Euroforum tätig. Seit 2004 ist er Geschäftsführer von andyamo.

Der gelernte Werkzeugmacher und diplomierte Sozialpädagoge, der vor seiner Trainer- und Beratertätigkeit schon in vielen Branchen in unterschiedlichen Führungspositionen gearbeitet hat, bezeichnet sich als umtriebigen Querdenker. Motto: „Von einem Dummen kann man nichts lernen –aber von einem Faulen“. In seiner Freizeit verbringt er so viel Zeit wie möglich mit seinen drei Söhnen. Auf Best Practice Training schreibt er vor allem zu den Themen Präsentation & Rhetorik, Moderation sowie Dialektik & Argumentation.

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